Körpersprache

Körpersprache – Nur ein kleiner Überblick.
Wie beurteilen wir einen Menschen?
ca 55% nach Körpersprache, Kleidung, Geruch.
ca 38% nach Klang der Stimme.
ca 7% nur nach dem Inhalt des Gesagten.

nach Statussymbole  (Auto, Parkplatz, Büro, Schlüssel u.ä.)

nach Äußerem Erscheinungsbild  wie Kleidung (Business Outfit, Farbwirkung), Frisur, Schmuck.

nach Motorik  (Körperhaltung, Körperbewegung) wie Gang: große/kleine Schrittlänge, männlich/weiblich, schnell/langsam – schlendernd, gemessen, Pfauengang.

Wo steht jemand?  Zentral, auf der Seite, am Absprung (Flucht) Wie steht jemand?  Auf beiden Beinen, Standbein/Spielbein, aufgerichtet/eingesunken, wippen (will größer wirken)

Wohin schaut der Oberkörper?  Frontal, seitlich, „kalte Schulter“
Sitzen:  Raumanspruch (groß/klein, aggressiv ins Territorium des Gegenübers) Zuwendung/Abwendung Locker/verkrampft am Sessel festgekrallt (Beine !)  Voll auf der Sitzfläche/am Rand (Flucht) Sessellehne vorne (Schutz) Sitzordnung:  (Wer sitzt wo: Chefnähe, in der Mitte, am Tischkopf, am Eck.

Mimik:  (Kopf, Gesicht) Hals:  (Schultern hochziehen, Kopf nach vorne neigen, Kinn hinauf/hinunter) Blick, Pupillen:  (verengt = kritischer Blick, starr, groß = „Kuhblick“, müde Augen) Mund:  (Mundwinkel herauf/heruntergezogen, Lachen/Lächeln/Grinsen/Feixen) Nase, Naserümpfen.

Gestik (Hände) Offen/geschlossen (zugehen/blockieren) bewegte/ruhige Gestik Verlegenheitsgesten (Übersprungshandlungen) Finger (Daumen = Dominanzfinger, Zeigefinger = Pistole, „Stinkefinger“, Ringfinger, kleiner Finger: Anspreizen als Statussymbol)

Begrüßungsgesten Distanzzonen Intimzone („Bubble“) Ellbogendistanz („Kussdistanz“) Persönliche Zone (Freunde) Soziale Zone (Gespräche mit Freunden) Öffentliche Zone (z.B. Unterhaltung über Zaun hinweg) Die Distanzzonen sind von Kultur zu Kultur unterschiedlich! Interessiert? Fragen sie uns! Seminar nonverbale Kommunikation/Körpersprache und deren Bedeutung auf Anfrage. 


Körpersprache

Training nonverbale Sensibilität 

Training nonverbale Sensibilität 

-Sie lernen Inkongruenzen bei Ihrem Gegenüber zu identifizieren, d.h. Sie erkennen, wenn sich die verbale Sprache und die nonverbalen Signale widersprechen, denn der Körper lügt nicht. Auf diese Weise erkennen Sie frühzeitig Bedenken, Manipulationen, Lügen, Ängste, vorgespielte Gefühle etc.


- Sie lernen Ihre Stimme, Mimik und Gestik gezielt einzusetzen, um das, was Sie sagen, deutlich und unterbewusst wirkend zu unterstreichen. Dadurch können Sie überzeugend und glaubwürdig auftreten und wirken.


 - Sie lernen Gefühle wirkungsvoller ausdrücken, wenn Sie eine Kongruenz von Verbalem, Mimik, Gestik, Haltung und Stimmqualität herstellen, d.h. zum Beispiel Begeisterung oder auch Macht gezielt über Rhetorik und Körpersprache nach außen zu kommunizieren.


- Sie Lernen Ihre rhetorische Kompetenz durch gezielten Einsatz Ihrer Körpersprache und Stimme zu erhöhen und damit erfolgreich auch vor großem Publikum aufzutreten und zu reden.


- Sie lernen Menschen wortlos durch Körpersprache zu beeinflussen und dies sogar weitgehend unbewusst für Ihr Gegenüber, da die Wahrnehmung und Interpretation der Körpersprache größtenteils auf unbewusster Ebene abläuft. Auf diese Weise können Sie gezielt gewünschte Signale aussenden und Impulse geben, ohne etwas direkt aussprechen oder jemanden verbal auffordern zu müssen.


-  Sie lernen Ihre Emotionale Intelligenz zu erweitern, da im Gegensatz zur rationalen Seele des Menschen, die sich verbal ausdrückt, die Sprache der Emotionen weitestgehend nonverbal ist. Daniel Goleman zufolge, dem Autor von „Emotionale Intelligenz“, artikulieren sich mehr als 90% der Emotionen nonverbal

Frau im Gespräch

Lügen?

Obwohl Lügen in unserer Gesellschaft verpönt ist, sagt jeder Mensch durchschnittlich 200 Mal am Tag nicht die Wahrheit. Ich erkläre ihnen in welchen Situationen Flunkern fast nicht zu vermeiden ist und warum wir ohne Lügen sehr einsam wären.
Ganz ehrlich: Wie oft waren Sie heute unehrlich? Haben geschwindelt, gemogelt, geschummelt, geflunkert? Kein einziges Mal? Das wäre dann allerdings ganz eindeutig eine Lüge, rein wissenschaftlich betrachtet. Manche Psychologen und Kommunikationsforscher behaupten nämlich, wir würden um  die 200 Mal am Tag lügen; geht man davon aus, dass wir 16 Stunden täglich wach sind, würde das bedeuten, dass wir 12,5 Mal pro Stunde die Wahrheit verdrehen. Über diese Zahl wird viel gestritten: Völlig übertrieben, sagen nämlich andere Psychologen und Kommunikationsforscher. Korrekt sei vielmehr, dass wir alle etwa zweimal in einem zehnminütigen Gespräch die Unwahrheit sagen. Es ist jedoch ziemlich egal, welche Zahl nun stimmt, denn über eines sind sich alle Lügenforscher einig: Wir alle binden Bären auf und verbiegen beim Lügen Balken, wenn auch mit schlechtem Gewissen. Und zugeben würden wir das sowieso nie. Aber wieso eigentlich? Warum behandeln wir die Lüge so schlecht? Verpassen ihr kurze Beine und eine lange Nase? Damit  tun wir ihr Unrecht.

Ohne Unwahrheiten würde unser soziales System zusammenbrechen

Lügen ist ein wichtiges Kommunikationsmittel, eine Fähigkeit, die wir als Kinder schmerzhaft lernen müssen, wenn uns zum Beispiel beim  Sonntagskuchen im Verwandtenkreis der Satz rausrutscht: „Mama hat gesagt, Tante Leni wird auch immer fetter!“  Die Lüge ist eine Art gesellschaftliches Schmiermittel; ohne gekonntes Schwindeln würde unser gesamtes soziales System zusammenbrechen. Wie wichtig und unverzichtbar sie ist, würde uns auffallen, wenn uns die Fähigkeit zum Flunkern abhandenkommen würde. An einem lügenlosen Tag würden wir viele Mitmenschen vor den Kopf stoßen oder sehr unglücklich  machen - und würden selbst einsam, arbeitslos und pleite. Der  neugierigen Nachbarin würden wir statt „Guten Morgen, wie geht’s“ ein  lautes „Ja, das war gestern Nacht ein leicht angetrunkener und sehr gut aussehender Mann, den ich mit in meine Wohnung genommen habe, Sie alte Hexe!“ zurufen.

Wir würden es uns mit Freunden und der Verwandtschaft verscherzen

Der netten, aber hässlichen Bekannten würden wir „Dieser furchtbare neue Stufenschnitt lenkt immerhin von deinem Zinken ab“ an den Kopf werfen. Den Kollegen würden wir statt einem freundlichen „Sorry, ich kann nicht weg, ich stecke bis über beide Ohren in Arbeit“ zuzischen: „Ich habe echt keine Lust, mit euch  Schleimern und Langweilern Mittag essen zu gehen.“ In der  Steuererklärung müssten wir gestehen, dass alle Sachbücher, die wir abgesetzt haben, in Wirklichkeit schwedische Krimis sind. Beim Bewerbungsgespräch käme heraus, dass der „Sprachkurs“ in Südfrankreich eine einzige Strandparty war und dass „Ungeduld“ noch die beste unserer schlechten Eigenschaften ist. Unserer Oma würde das Herz brechen, würde sie erfahren, dass wir ihre Jägerschnitzel seit unserer Kindheit angeekelt runterwürgen. Und auch unser Liebster würde enttäuscht sein,  wenn wir ihm sagen müssten, dass die Freude über die spießige  Perlenkette an Weihnachten nur gespielt war - in Wirklichkeit hatten wir auf einen iPod gehofft.

Die meisten Lügen dienen dem Selbstschutz

Und wie ist es mit „Ich guck nur Arte“, „Ich war schon jahrelang nicht mehr bei McDonald’s“, „Ich habe mit ihr Schluss gemacht!“, „Ich liebe dich wie am ersten Tag“, „Welche E-Mail? Die muss im Spamordner gelandet  sein!“, „Ich muss auflegen, da klingelt jemand an der Tür“, „Ich hätte dir wirklich gerne beim Umzug geholfen, aber am Wochenende feiert meine Patentante 70. Geburtstag“, „Oh, oh, ich komme!“? Nur die wenigsten Lügen sind böse und gemein. Lügenforscher haben herausgefunden, dass wir in 50 Prozent der Fälle aus sogenannten prosozialen Gründen lügen - also, um das Zusammenleben und -arbeiten zu  erleichtern - sowie aus altruistischen Gründen, wie beim Jägerschnitzel und der Perlenkette.

Selbst in der Liebe sollte man nicht immer die Wahrheit sagen

Auch in der Liebe hat man wenig Chancen ohne die Lüge. Beim Klassiker des Kennenlernens „Junge trifft Mädchen“ ist gekonntes Schwindeln eine Grundvoraussetzung, um dem anderen näherzukommen. Der Soziologe Karl Lenz bezeichnet grundloses Ansprechen des Objekts der Begierde als  „Verstoß gegen die rituelle Ordnung der Interaktion“, da man in das  „Gesprächsreservat“ des anderen eindringe, was als „Entweihung der Person“ wahrgenommen werde. Übersetzt man dieses Soziologendeutsch, stellt man fest, dass jeder von uns solche Begebenheiten kennt: Werden wir auf der Straße oder im Restaurant von Fremden angesprochen,  reagieren wir darauf erst einmal zurückhaltend oder sogar misstrauisch. Wer also ein Gespräch beginnen will, braucht einen Grund, und die Wahrheit  führt bestimmt nicht zum Ziel: „Du siehst total umwerfend aus. Ich will dich kennenlernen und möglichst schnell mit dir schlafen. Vielleicht ziehen wir irgendwann zusammen?“ Es gibt aber Codewörter und -sätze, mit  denen man ziemlich genau das sagen kann: „Kennen wir uns nicht?“, „Hast  du mal Feuer?“, „Bist du auch öfter hier?“ Der Fragesteller ist nicht wirklich an einer Antwort interessiert, er umschifft nur den Verstoß des  grundlosen Ansprechens. Der Inhalt des ersten Satzes ist für den Erfolg ziemlich egal, wichtig ist nur, dass der Grund für die Kontaktaufnahme verschleiert wird, selbst wenn beide Seiten den Betrug durchschauen.

In China sind Höflichkeitslügen schon fast selbstverständlich

Keine Frage: Wir brauchen die Lüge und sollten endlich einsehen, dass sie viel besser ist als ihr Ruf. In Asien weiß man das längst, denn dort herrscht laut dem Sinologen Harro von Senger ein „unverschämter Umgang“  mit der Lüge, bei uns dagegen ein „verschämter“. Lügen aus Höflichkeit, um unnötige Konflikte zu vermeiden oder das Gesicht zu wahren, sind in China gang und gäbe. Unsere direkte Art und die hochgelobte Ehrlichkeit  empfindet man dort als rüde und wenig einfühlsam. „Wer lügt, ist nett“,  fasst mein chinesischer Bekannter Song Xingliang die Haltung zum Thema Unwahrheit im Reich der Mitte zusammen und gesteht der Lüge damit ein Lob zu, das sie verdient hat. Unser Leben wäre weniger lebenswert ohne sie. Ehrlich. 


Lachen im Gespräch